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Leitartikel Polizeispiegel

Ist die Polizei auf den digitalen Täter vorbereitet?

„In vielen Dienststellen fehlt es nach wie vor an moderner technischer Ausstattung, spezialisierten IT-Kräften und ausreichenden Fortbildungsangeboten. Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte leisten täglich hochprofessionelle Arbeit, dennoch stoßen sie zunehmend an Grenzen, wenn komplexe Cyberdelikte mit veralteter Technik oder personeller Unterbesetzung bearbeitet werden müssen“, schreibt der stellvertretende Bundesvorsitzende Thomas Jungfer in seinem Leitartikel der September-Ausgabe des Polizeispiegel.

„In den letzten Jahren hat sich die Kriminalität verändert, sie ist schneller, internationaler und digitaler geworden. Und genau das stellt die Polizeien vor große Herausforderungen. Während früher der Streifenbeamte vor allem auf der Straße Präsenz zeigte, verlagern sich Straftaten heute zunehmend in den virtuellen Raum. Cyberangriffe, KI-gestützte Betrugsmaschen, Deepfake-Technologien und organisierte Internetkriminalität stellen die Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Doch obwohl die Täter längst digital agieren, arbeitet die Polizei vielerorts noch immer mit Strukturen, die aus einer anderen Zeit stammen. Der digitale Streifenwagen fährt längst mit Blaulicht, doch vielerorts noch ohne die Ausstattung, die er dringend benötigt.

Die Zahl der Delikte im Bereich Cyberkriminalität steigt kontinuierlich. Besonders besorgniserregend ist dabei die Geschwindigkeit, mit der künstliche Intelligenz inzwischen auch für kriminelle Zwecke eingesetzt wird. Betrüger imitieren täuschend echt Stimmen von Angehörigen, erstellen professionell wirkende Phishing-Mails oder manipulieren digitale Inhalte so glaubwürdig, dass Bürgerinnen und Bürger kaum noch zwischen echt und gefälscht unterscheiden können. Die Täter sitzen dabei häufig nicht mehr im Nachbarort, sondern agieren international, anonym und hochprofessionell organisiert. Der digitale Raum ist längst zu einem neuen Einsatzgebiet geworden, mit enormer Dynamik und wachsender Bedrohungslage.

Für die Polizei bedeutet diese Entwicklung einen tiefgreifenden Wandel ihrer täglichen Arbeit. Ermittlungen werden komplexer, technische Anforderungen steigen und klassische Fahndungsmethoden stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Gleichzeitig erwarten Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass der Staat auch im digitalen Raum Sicherheit gewährleistet. Doch genau hier zeigt sich ein strukturelles Problem: Die Polizei kann mit der Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen oftmals kaum Schritt halten. Aus Sicht der DPolG ist deshalb ein entschlossener Modernisierungskurs bundesweit zwingend erforderlich." (...)

Zum vollständigen Leitartikel der September-Ausgabe