Insbesondere die Erkenntnis, dass Teilzeitkräfte im öffentlichen Dienst schlechtere Aussichten auf verantwortungsvolle und gut dotierte Positionen hätten, hält Wildfeuer für alarmierend: „Hinderlich sind die vorhandenen Beurteilungs- und Beförderungsstrukturen, die sich an durchgängigen Erwerbsbiografien orientieren. Wer für die Familie zeitlich zurücksteckt, muss mit Abstrichen bei der dienstlichen Beurteilung rechnen. Fällt diese nur durchschnittlich aus, stagniert auch das berufliche Fortkommen. Schließlich, so sieht es das Gesetz vor, kommen nur Beschäftigte mit Bestnoten für eine Beförderung in Frage“, betonte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.
Um im öffentlichen Dienst faire Aufstiegschancen zu schaffen, müssten neben gezielten Quotenregelungen vor allem die Beurteilungskriterien angepasst werden. „Problematisch sind Kriterien, denen lange Arbeitstage, die Bereitschaft zu Überstunden und eine starke Präsenz in der Dienststelle als Leistungsgedanken zugrunde liegen. Aber auch Vorgesetzte, die diesem Leistungsdogma – wenn auch nur unterbewusst – folgen, müssen in den Blick genommen werden. Hier können wir gegensteuern, indem Frauenförderung zur Führungsaufgabe erklärt wird“, forderte Wildfeuer.

