Ein Jahr nach dem Mord an dem Polizisten Simon Bohr gedenkt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ihrem saarländischen Kollegen. Bundesweit hatte der Fall für Entsetzen und große Anteilnahme gesorgt, genau wie das Urteil, welches das Landgericht Saarbrücken im April dieses Jahres fällte. Das Gericht hatte den Täter lediglich wegen besonders schweren Raubes nach Jugendstrafrecht verurteilt und ihn aufgrund seiner wohl schizophrenen Erkrankung des Mordes freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Rechtsmittel eingelegt.
„Mit Simon haben wir einen Kollegen, einen Freund und ein Vorbild verloren. Einen Menschen, der stets für seine Kolleginnen und Kollegen da war und leidenschaftlich seinen Dienst für die Menschen in unserem Land geleistet hat. Sein Tod hat eine Lücke hinterlassen, die nicht zu schließen ist“, erklärt Markus Sehn, Landesvorsitzender der DPolG Saarland und stellvertretender DPolG-Bundesvorsitzender. „Simon ist zwar nicht mehr aus dem Dienst nach Hause gekommen, aber er bleibt für immer im Herzen seiner Familie, seinen Freunden und Kolleginnen und Kollegen.“
Der erste Jahrestag des tödlichen Angriffs auf Simon Bohr sei für viele Polizeibeamte ein emotional schwerer Tag. Die psychischen Folgen des brutalen Angriffs auf ihren Kollegen seien in diesen Tagen besonders spürbar. „Eine solche einschneidende Einsatzsituation und der Verlust eines Kollegen hinterlässt tiefe Narben“, so Markus Sehn weiter. „Simon bleibt für immer einer von uns.“
Die DPolG Saarland hat anlässlich des Todestags von Simon Bohr am 20. und 21. August einen 24-Stunden-Spendenlauf im Warndtstadion Völklingen-Ludweiler organisiert. Die Spenden gehen zugunsten der DPolG Stiftung, die sich für im Dienst verletzte und traumatisierte Einsatzkräfte einsetzt.
Auch der DPolG-Bundesvorsitzende Heiko Teggatz ist anlässlich dieses traurigen Jahrestags ins Saarland gereist und hat die Gedenkveranstaltungen begleitet. „Gerade an einem solchen Tag zeigt sich, was Polizeifamilie bedeutet. Wir sind füreinander da und halten zusammen. Heute und an jedem anderen Tag möchten wir daran erinnern: Hinter jeder Uniform steht ein Mensch mit Familie, Freunden, Träumen und Hoffnung“, erklärt Heiko Teggatz.
Gewalt gegen Einsatzkräfte dürfe niemals als schlichtes Berufsrisiko akzeptiert werden. „Jeden Tag setzen sich Menschen in Uniform für die Sicherheit in unserem Land ein und riskieren dabei ihr Leben und ihre Gesundheit“, mahnt der DPolG-Bundesvorsitzende.
Gewalt gegen Einsatzkräfte zu verhindern, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Respekt und Anerkennung für diejenigen, die anderen helfen und Verantwortung für den Staat und die Gesellschaft übernehmen, müssten wieder stärker eingefordert und vermittelt werden.


