Deutlich wird, dass extremistische Tendenzen sich immer stärker der Krisen der Zeit bedienen. So nutzten Rechtsextremisten die Corona-Krise, um neue Anhänger zu rekrutieren. Nahtlos knüpft daran der Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine an, der ebenfalls von Extremisten ausgenutzt wird. Viele Aktivitäten und Vernetzungen finden online statt, verbunden mit Radikalisierung und Aufrufen zu Gewalttaten. Wendt: „Erschreckend ist, dass verstärkt junge Menschen für solche Radikalisierungen empfänglich sind und sich über Chatgruppen schnell vernetzen, um verfassungsfeindliche Gedanken auszutauschen, die immer häufiger zu real ausgeübten Straftaten führen.“
Rainer Wendt: „Wir brauchen unbedingt einen Ausbau der Analysefähigkeit der Sicherheitsbehörden sowie eine stärkere Vernetzung untereinander. Außerdem muss die gesetzliche Möglichkeit geschaffen werden, auf verschlüsselte Kommunikation und auf IP-Adressen zugreifen zu können, um möglichst früh drohende Gefahren zu erkennen.
Die Polizei ist nicht der alleinige Bekämpfer von Extremismus in der Gesellschaft, aber sie ist ein notwendiger. Die Polizei bekämpft Extremismus auf allen Ebenen, deshalb ist es wenig hilfreich, die Polizei mit einer Rassismusdebatte zu überziehen und sie mit Untersuchungen zu lähmen und zu verunsichern.“

