BSW: Sind denn diese ganzen Entwicklungen so unvorhersehbar gewesen? Als Bürger hat man den Eindruck, dass es an durchdachten politischen Konzepten für diese gesamte Problematik fehlt – das schließt beispielsweise die „Schleierfahndung“ ein.
Rainer Wendt: Wir haben bereits vor vielen Jahren davor gewarnt, dass es durch die Öffnung der Binnengrenzen zu mehr Straftaten kommen kann. Die Politiker, die uns damals abgestraft haben, fordern jetzt mehr Sicherheit. Doch die personellen Vorkehrungen dafür wurden nicht getroffen. Die Bundespolizei ist fast ausnahmslos mit Schleuserkriminalität beschäftigt und kann ihren weiteren Aufgaben kaum noch nachkommen. Wir fordern deshalb langfristig eine personelle Aufstockung und kurzfristig den Einsatz von bis zu 1.000 Bundespolizeilichen Unterstützungskräften. Das sind Tarifbeschäftigte, die nur eine Ausbildung von wenigen Monaten benötigen und schnell eingesetzt werden könnten.
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